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Die Stunde Asiens

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Die Stunde Asiens

von Wolf Schenke


Als die Sieger des ersten Weltkrieges im Frühjahr 1919 in Paris den Vertrag berieten, der den „Krieg zur Beendigung aller Kriege" in den immerwährenden Friedenszustand überleiten sollte, sah man die wichtigste Voraussetzung zur Erreichung dieses Zieles in der dauernden Niederhaltung Deutschlands. Der Glaube an die „alleinige Kriegsschuld" der Deutschen, den man sich in den haßerfüllten Jahren des Kampfes auf Leben und Tod einsuggeriert hatte, führte folgerichtig zu der Annahme, daß ein neuer Krieg zu vermeiden sei, wenn man es nur dem Deutschen Reich durch gründliche Beschneidung seiner militärischen, politischen und wirtschaftlichen Macht unmöglich machte, wieder zu den Waffen zu greifen. Unter den Bestimmungen des am 28. Juni 1919 in Versailles unterzeichneten „Friedensvertrages", die Deutschland die Position einer Großmacht nehmen sollten, befand sich deshalb auch der Artikel 119: „Deutschland verzichtet zugunsten der alliierten und assoziierten Hauptmächte auf alle seine Rechte und Ansprüche bezüglich seiner überseeischen Besitzungen." Und in einigen anderen Artikeln wurden Konzessionen und Vorrechte, die das Deutsche Reich wie andere europäische Staaten in China, Marokko und Ägypten besaß, ebenfalls abgetreten.

Diese Bestimmungen des Versailler Vertrages, die Deutschland schaden sollten, erwiesen sich als ein verkappter Segen. Den betroffenen Deutschen, die 1919 und in der Folgezeit gegen die das Reich benachteiligenden und gegenüber anderen Mächten zurücksetzenden Bestimmungen dieses unheilvollen Vertragswerkes aufbegehrten, kam damals überhaupt nicht zum Bewußtsein, welches Geschenk ihnen mit dem Artikel 119 ohne ihr Zutun, ja, gegen ihren Willen, in den Schoß gefallen war, und auch heute begreifen nur erst wenige, welche großen Vorteile uns gerade der Raub der Kolonien eingebracht hat. Wenn in einer Zeit, in der die ganze Welt erfüllt war von der Verdammung des Deutschen schlechthin, der Reisende aus dem großen Konzentrationslager, das unser Land nach dem zweiten Weltkrieg bildete, in Ländern wie Ägypten und Indien, Pakistan und Indonesien unvoreingenommen und freundlich, ja, zum Teil sogar überschwenglich aufgenommen wurde, so findet diese Erscheinung letzten Endes ihren Grund in jenen Bestimmungen des Versailler Vertrages. Wenn in ganz Asien und Afrika die Deutschen zu den wenigen Nationen weißer Hautfarbe gehören, denen man nicht mit Mißtrauen begegnet, dann können wir heute noch dafür Lloyd George, Clemenceau und den anderen „Friedensmachern" von Versailles danken, die ihrem an sich schon gewaltigen Kolonialbesitz noch die deutschen Kolonien, nur schlecht als „Völkerbundmandate" getarnt, hinzufügen mußten.

Heute beherrscht der Kampf der unterdrückten Völker gegen die Reste der Kolonialherrschaft sehr stark die weltpolitische Entwicklung. Der deutsche Zeitungsleser vernimmt davon in den Nachrichtenspalten seiner Zeitung, aber nur ganz wenigen ist bisher aufgegangen, welch große Bedeutung diese Auseinandersetzung auch für unser Schicksal hat. Vieles wird unter dem Einfluß einer von den Kolonialmächten oder ihren Freunden gelenkten Nachrichtengebung sogar grundfalsch gesehen. In Dinge, die bei näherem Zusehen vollkommen klar sind, wird eine gefährliche Verfälschung dadurch getragen, daß man sie auf die abwegige Formel der Auseinandersetzung von „freier Welt" und „Kommunismus" bringt. Andere sehen gar einen „Kampf der Rassen" und glauben sich verpflichtet, wie Wilhelm II., zur „Verteidigung unserer heiligsten Güter" in die Schranken treten zu müssen. Es erfolgen Parteinahmen, die den deutschen Interessen mitten ins Gesicht schlagen, wie z. B. anläßlich der indischen Auseinandersetzung mit Portugal über Goa, und bei den uns freundlich gesinnten Indern zu tiefer Enttäuschung und zu heller Empörung geführt haben. So wird blind Porzellan zerschlagen und Mächten zuliebe, die uns nur für ihre eigenen Zwecke gebrauchen wollen, der „good will" bei den Völkern zerstört, die uns vorbehaltlos Freundschaft entgegenbringen.

Der Marsch der unterdrückten Völker zur Freiheit und Unabhängigkeit geht unaufhaltsam weiter. Keine Macht der Welt kann diesen sich mit der Gewalt eines Naturereignisses vollziehenden Vorgang aufhalten. Die Zukunft gehört nicht den Reaktionären der Weltpolitik, die sich an in einer versunkenen Periode zusammengebrachten Besitz und Positionen von Macht und Einfluß klammern. Die These, daß es für das deutsche Schicksal mindestens so wichtig ist, mit China und Indien befreundet zu sein wie mit Frankreich, mag manchem von uns heute noch weit hergeholt erscheinen. Sie soll hier begründet werden. Diese Schrift möchte mit dazu beitragen, daß wir über den engeren Gesichtskreis unserer nächsten Umgebung hinausblicken, in Räume, in denen mehr als im alten Europa entscheidend an einem neuen Weltgleichgewicht gearbeitet wird, übrigens zum Nutzen Deutschlands und zum Nutzen Europas, wenn wir das Geschehen richtig erkennen und daraus die politischen Folgerungen ziehen.

Hamburg, im April 1955

Wolf Schenke

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