Der Jungdeutsche Orden im Widerstand 1933-1945
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Produktbeschreibung
Der Jungdeutsche Orden im Widerstand 1933-1945(Antiquarische Qualität)
von Robert Werner
ber 400 örtliche Gruppen des Jungdeutschen Ordens bestanden noch während der ganzen Zeit des „Dritten Reiches“, hatten Verbindung miteinander und zur zentralen Führung.
Dies
ist innerhalb des „bürgerlichen“ Deutschlands sicher einmalig. Und
genau dies: der organisatorische Zusammenhalt eines starken
oppositionellen Verbandes über das ganze Reichsgebiet störte die
Nationalsozialisten in ihrem konsequent verfolgten Anspruch, das
deutsche Leben in allen seinen politischen, wirtschaftlichen und
kulturellen Aspekten total zu beherrschen und zu durchdringen - ihren
Totalitätsanspruch, der nicht einmal vor Ehe und Familie Halt machte.
Deshalb schlug der totale Staat auch mit seinen Machtmitteln
erbarmungslos zu, wo immer er eine eigenständige - nicht
nationalsozialistische - Regung aufspürte. Seine gemeinen
Spitzelmethoden und seine selbst in Kriegszeiten übereifrige Bürokratie
ließen keinen Winkel in Deutschland aus.
Daß
es dennoch gelang, diesem System mit der Reichsorganisation des
Jungdeutschen Ordens zu trotzen und überall Inseln der Wahrheit und des
Vertrauens zu bilden, die auf weite Kreise ausstrahlten und sie gegen
das Gift des Systems immunisierten - das ist die Leistung dieses
Widerstandes. Nicht Pistolenschützen, Bombenleger und Saboteure brachte
dieser Widerstand hervor, sondern standhafte, kluge und ehrliche Frauen
und Männer, Mädchen und Jungen.
Beweis
dafür ist u.a., daß es allen widerwärtigen und unmenschlichen
Verhörmethoden nicht gelang, die Tarnung zu durchdringen. Weder die
Reichsorganisation konnte in den verschiedenen Prozessen vom
nationalsosialistischen System erkannt und enttarnt werden noch fanden
sie auch nur die undichten Stellen innerhalb der Geheimen Staatspolizei
- Gestapo - selbst, durch welche den Jungdeutschen immer wieder
Informationen, Warnungen und sogar tätige Hilfe zukamen.
Der Nationalsozialismus hatte zudem ein durchaus gespaltenes Verhältnis zu den Jungdeutschen. Sie für sich zu gewinnen und sie zu bekämpfen, wenn sich erkennbar dem totalitären Staat versagten - das waren die beiden Motive, die ständig miteinander konkurrierten. Sie gewannen u.a. ihren Reichssportführer von Tschammer und Osten aus den Reihen der Jungdeutschen und deren früheren „Chefideologen“ Prof. Dr. Reinhard Höhn, den sie zunächst in den Sicherheitsdienst - SD - einspannten, dann wieder beargwöhnten, aber mit hohem SS-Rang in Berlin Jura lehren ließen. Andere schlossen sie aus dem Offizierskorps aus. Wen sie unter den Jungdeutschen aber als Gegner aufspürten, der verfiel ihrer Verfolgung. Doch weder Verlockungen noch Drohungen und Verfolgung brachen die Gemeinschaft auseinander.

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