Albert Einstein. Korrekturen einer Legende
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Produktbeschreibung
Albert Einstein. Korrekturen einer Legendevon Kurt J. Köhler
2005
war zum "Einstein-Jahr" erhoben worden. Man hätte ihm auch den Titel
"100 Jahre Spezielle Relativitätstheorie" geben können, aus der er im
"Wunderjahr'“ 1905 die legendäre Formel E = mc2 herleitete.
Daß dieses genialen "Jahrhundertmenschen" - den nicht nur physikalische
und naturwissenschaftliche Fragestellungen beschäftigten, sondern der
sich zu fast allen Bereichen des menschlichen Lebens äußerte - für
jedermann vernehmlich gedacht wurde, war sehr begrüßenswert. Ob das
immer würdig und in einer Weise geschah, die dieser außerordentlichen
Persönlichkeit gerecht wurde, muß jedoch bezweifelt werden.
Der breiten Öffentlichkeit wurde ein geistiger Heros vorgeführt, der das physikalische Weltbild mit einem Riesenschritt voran gebracht hat. Weil das aber nur "Eingeweihte" verstünden und dem so genannten Laien ohnehin nicht zu vermitteln sei, haben die Öffentlichkeitsarbeiter gleich ganz auf eine Erläuterung verzichtet, warum an ein geistiges Ereignis erinnert wurde. Mit Einsteins markantem Kopf im Bild ist eine Art moderner Heiliger gekürt worden, der sich für alles Mögliche instrumentalisieren läßt.
In
etablierten Wissenschaftskreisen wird Einstein wohl spätestens seit
1921, dem Jahr, in dem er den Nobelpreis für Physik erhielt, wie eine
Ikone verehrt. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse, Thesen und
Hypothesen werden insgesamt und im Einzelnen - wenn auch selten
öffentlich - noch immer heftig diskutiert. Vor allem bei dem
ehrgeizigen und vielleicht unvernünftigen Versuch, physikalisches
Grundwissen in der gesuchten "Weltformel“ zu kondensieren. Dabei
erweist sich Einsteins Hinterlassenschaft immer von neuem als
"geistiges Sperrgut". Das anzuerkennen, ist eine späte Ehre für den
1955 verstorbenen Einstein.
Was umstritten ist, und dazu gehört auch die Integrität seiner Lebensführung, wird oft zu knapp und wie Zankäpfel behandelt, die sich "Kämpfer um die Wahrheit" gegenseitig an den Kopf werfen.
Symptomatisch
für Epigonen, die auf diese Weise nicht selten "eigene Besitztümer"
verteidigen. Einen großen Menschen angemessen zu würdigen, gelingt eben
nur selten. Zeitgenossen von Einstein und er selbst waren auch
streitbar in der Sache, aber sie gingen in der Regel respektvoll
miteinander um.
Einstein
war ein Autodidakt, der, wie der "Spiegel" schrieb, frei war von
Scheuklappendenken in Fachdisziplinen und deshalb die Grenzbereiche
seiner Wissenschaft kontrastschärfer erkannte. Sein Leben mit all den
geistigen und mitmenschlichen Verzweigungen nachzuzeichnen, dürfte
bisher nur einem gelungen sein: Kurt J. Köhler. Mehr als 30 Jahre habe
sein Quellenstudium beansprucht, dessen Früchte nun auf 400 Buchseiten
nachzulesen sind. Chronologisch und thematisch geordnet wird der Leser
wie ein Begleiter Einsteins durch dessen Leben geführt, kann er seinen
Erkenntnisprozeß nachvollziehen.
Nachdem die Jubelfeiern vorbei sind, schreibt er im Vorwort, dürfte es Zeit sein, sich kritisch mit Einstein und seinen Theorien auseinanderzusetzen. Das war auch vor dem Einstein-Jahr nichts Neues. Als einmalig wird man jetzt die "Handreichung" dazu bezeichnen können, die Köhler hier anbietet. Mit eigenen Kommentaren hält er sich weitgehend zurück. Anhand vieler Kurzberichte aus Einsteins bewegtem Leben und hunderten von Zitaten aus Gesprächen und aus der zeitgenössischen Literatur kann sich der Leser "unbevormundet" in den Lebenslauf dieses genialen Menschen vertiefen. Durch Köhlers "Korrekturen einer Legende" rückt Einstein mit seiner Mitmenschlichkeit und Geistesgröße ins Sonnenlicht. "Einsteinrummel" und ein von PR-Künstlern inszenierter Heiligenkult verschwinden im Dunkeln.
Kurt J. Köhler schreibt am Schluß seines Buches: "Das letzte Wort scheint über die Einsteinschen Theorien (jedenfalls) noch nicht gesprochen zu sein." In den Schulen und an den Universitäten sei die Relativitätstheorie zur orthodoxen Lehrmeinung geworden, an der Kritik und Zweifel nicht geduldet würden. Und doch sei die Kritik an ihr auch nach hundert Jahren nicht verstummt. Sie stamme jedoch nicht aus dem physikalischen Establishment. Es seien Außenseiter, vom Lehrbetrieb unabhängige Physiker und Ingenieure, die meinen, eigene Denkwege gehen zu können. Oder Philosophen, die sich mit den "philosophischen" Konsequenzen nicht abfinden können. Kurt J. Köhler selbst hat sich bereits 1983 mit seinem Büchlein "Zeitinvariante Relativitätstheorie - Eine wissenschaftliche Alternative zur Einsteinschen Theorie" an der Kritik der "anerkannten Lehrmeinung" beteiligt.

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